Josephine Villmann engagiert sich unter anderem für Nachhaltigkeit, wie die Übergabe der NAT-Urkunde zeigt.
Arbeitskleidung mit Symbolkraft
06. Februar 2026
Josephine Villmann steht für das moderne Handwerk – nicht nur im Schornsteinfegerkleid
Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger sind ohnehin ein Hingucker, und Josephine Villmann erst recht. Voller Stolz trägt sie das erste Schornsteinfegerinnenkleid, das eigens für sie von der Firma Meusel Schornsteinfegerbekleidung gefertigt wurde. Ursprünglich ein Prototyp, ist es inzwischen fast eine Art Trend unter Kolleginnen. Dabei ist das Kleid für Villmann weit mehr als nur Mode. Es ist ein Symbol einer neuen Handwerkergeneration: weiblich, sichtbar, selbstbewusst.
Das Handwerk war für Josephine Villmann schon immer Teil ihres Lebens. Ihr Vater war selbst Schornsteinfeger und auch gewerkschaftlich engagiert. Durch ihn lernte sie den Beruf von klein auf kennen und mit ihm das starke Gemeinschaftsgefühl sowie den Stolz auf das Handwerk, die diesen Berufsstand bis heute prägen. 2006 begann sie ihre Ausbildung in Baden-Württemberg, bewusst fernab der Heimat, um neue Perspektiven zu gewinnen. Dort erlebte sie die Vielfalt und zugleich die hohen Anforderungen des Handwerks aus erster Hand.
Modernes Handwerk, viele Aufgaben
Heute ist Josephine Villmann Bezirksschornsteinfegerin für Gotha und die Gemeinden Drei Gleichen und Nesse-Apfelstädt. Gemeinsam mit ihrem Team betreut sie rund 3.000 Gebäude – vom privaten Wohnhaus bis hin zu großen Industriebetrieben. Ihre Tätigkeit geht weit über das klassische Kehren hinaus: Moderne Messtechnik, Betriebs- und Brandschutz sowie Energieberatung gehören zu ihren alltäglichen Aufgaben. Besonders wichtig ist ihr dabei die vertrauensvolle Beziehung zu ihren Kunden.
Seit 2023 ist sie zudem Mitglied im Zentralinnungsverband und die erste Frau im Landesinnungsvorstand im Arbeitskreis „Energie“. Gerade Nachhaltigkeit nimmt einen hohen Stellenwert in ihrem Beruf ein – wie nicht zuletzt die im Herbst 2025 von Staatssekretärin Karin Arndt (Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten) übergebene Teilnahmeurkunde des Nachhaltigkeitsabkommens Thüringen (NAT) unter Beweis stellt. Erst zu Jahresbeginn um fünf weitere Jahre verlängert, bringt die freiwillige Vereinbarung zwischen Thüringer Landesregierung und Wirtschaft die Politik, Verwaltung und Unternehmen insbesondere zu den Themen Klima- und Umweltschutz, Ressourcenschonung, Energieeffizienz und soziale Nachhaltigkeit zusammen.
Prinzipien des Handwerks
Umweltschutz und die effiziente Nutzung von Energie sind seit jeher grundlegende Prinzipien des Schornsteinfegerhandwerks. Gerade im Bereich der Energieberatung hat ihre Arbeit in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Bürger suchen Unterstützung, wenn es um das Gebäudeenergiegesetz oder um die passende Heiztechnik geht. Vor-Ort-Beratungen durch Fachleute wie Josephine Villmann sind dabei entscheidend, da jede Immobilie individuelle Lösungen erfordert.
Verstärkung gesucht
Die Bezirksschornsteinfegerin zeigt, dass das Handwerk längst keine Männerdomäne mehr ist. Ihr Rat an alle jungen Frauen, die über eine Ausbildung als Schornsteinfegerin nachdenken: Einfach machen. Praktikumsstellen gibt es derzeit viele, und das Team Schwarz freut sich über jede Verstärkung.