Tischler David Schmelzer hat sein Gesel-lenstück – einen kompakten Sekretär – im Rahmen der Internationalen Hand-werksmesse in München präsentiert.
Ein Sekretär auf der Bundesbühne
24. April 2026
Tischler David Schmelzer präsentiert sein Gesellenstück bei „Die Gute Form“ in München
Tischlergeselle David Schmelzer aus Mühlberg überzeugt mit durchdachtem Design und handwerklicher Präzision – und präsentiert sein Gesellenstück bei „Die Gute Form 2026“ auf der Internationalen Handwerksmesse in München.
Mit seinem Gesellenstück hat es David Schmelzer auf die große Bühne des deutschen Tischlerhandwerks geschafft: Sein Sekretär wurde für den renommierten Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form 2026“ ausgewählt und im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München präsentiert. Für den 24-Jährigen aus Mühlberg war das nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein persönlicher Meilenstein.
Schon früh wusste David Schmelzer, dass er „etwas mit Holz“ machen möchte. Nach dem Abitur im Jahr 2022 entschied er sich bewusst für eine Ausbildung in einem kleineren, familiär geführten Betrieb. In Langes Landtischlerei in Neufrankenroda fand er genau das Umfeld, das er suchte: vielseitige Aufgaben, enge Zusammenarbeit und die Möglichkeit, unterschiedlichste Bereiche kennenzulernen. Vom Möbelbau über Fenster und Türen bis hin zu gelegentlichen Treppenprojekten – die Ausbildung war breit gefächert und praxisnah. „Nach einer Woche Praktikum wusste ich, dass ich hier viel lernen kann“, erinnert er sich.
Traum vom eigenen Sekretär
Sein Gesellenstück, ein kompakter Sekretär, war dabei kein Zufall. „So einen wollte ich schon immer haben“, sagt Schmelzer. Entstanden ist ein durchdachtes Möbelstück mit klarer Formensprache und hohem Nutzwert. Gefertigt aus Esche-Vollholz und Furnier, kombiniert mit MDF und Linoleum, misst der Sekretär 109 Zentimeter in der Breite, 120 Zentimeter in der Höhe und 40 Zentimeter in der Tiefe. Ziel war ein praktischer, platzsparender Arbeitsplatz – auch mit Blick auf den Transport. Korpus und Gestell lassen sich mit wenigen Handgriffen zerlegen.
Besonderes Augenmerk legte der Thüringer auf die handwerkliche Ausführung. Klassische Holzverbindungen wie gezinkte Schubkästen, eine spezielle Eckverbindung sowie auf Holzleisten geführte Schubladen gehörten zum Anforderungskatalog der Innung – und mussten in rund 100 Arbeitsstunden präzise umgesetzt werden. Hinzu kommen raffinierte Details: Ein Klappensystem mit Seilzug sorgt für ein sanftes Öffnen und Schließen, während selbst gedrechselte Knöpfe und filigrane Säulenabtrenner dem Möbel eine persönliche Note verleihen.
Die Jury zeigte sich überzeugt. Sie lobte insbesondere die „durchdachte Funktionalität und handwerkliche Präzision“ sowie das „harmonische Zusammenspiel von Materialität und Design“. Der Sekretär biete viel Stauraum für A4-Unterlagen, Zeichengeräte und Utensilien der Brandmalerei – und verbinde diese praktische Seite mit einer eleganten Gestaltung.
Bis August in der Meisterschule
Der Sekretär sicherte Schmelzer einen Platz unter den besten Nachwuchstischlern Deutschlands. Bei der Ausstellung auf der Internationalen Handwerksmesse traf er auf eine beeindruckende Konkurrenz: „Das war schon eine hohe Liga, echte Schmuckstücke auf meisterlichem Niveau“, zeigt er sich beeindruckt. Auch wenn er keinen der vorderen Plätze belegte, zieht er ein durchweg positives Fazit: Der Austausch mit anderen Teilnehmern und Betrieben sowie die vielen Eindrücke hätten ihn fachlich und persönlich weitergebracht.
Aktuell besucht der 24-Jährige die Meisterschule in Bad Wildungen, die er Ende August abschließen will. Wie es danach weitergeht, hält er sich noch offen. Fest steht jedoch: Sein Gesellenstück bleibt. Der Sekretär hat seinen festen Platz im heimischen Zimmer in Mühlberg gefunden – und wird dort nicht nur betrachtet, sondern täglich genutzt.