Michael Reichel / arifoto.de
Als 20.000ster Teilnehmer eines Meis-terkurses der Handwerkskammer Erfurt wurde Maler- und Lackierermeister Michael Gillsch mit einem Goldbarren überrascht.

Vergoldeter Meisterbrief

06. März 2026

Michael Gillsch ist 20.000ster Teilnehmer eines Meisterkurses der HWK Erfurt

In einer Hand hält er seinen Meisterbrief, in der anderen eine Goldmünze des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen. Michael Gillsch ist nicht irgendein Jungmeister, sondern der 20.000ste Teilnehmer eines Meisterkurses der Handwerkskammer Erfurt. Bei der Meisterfeier wurde er mit der Jubiläumsnachricht überrascht. „Die Überraschung auf der Bühne war riesig – damit hatte ich wirklich nicht gerechnet! Für mich ist das mehr als nur eine Ehrung; es fühlt sich an wie eine echte Wertschätzung für all die Mühe und den langen Weg, den man als Handwerker gegangen ist. Dieser Moment bleibt mir auf jeden Fall unvergessen“, sagt der 40-jährige Maler- und Lackierermeister.

Dass er einmal Meister wird, war nicht unbedingt vorherzusehen. Nach regelmäßiger Ferienarbeit und Praktika in einer benachbarten Zimmerei wollte Michael Gillsch ursprünglich Zimmerer werden. „Ich komme aus einem geburtenstarken Jahrgang. Damals konnten wir uns den Betrieb nicht immer aussuchen“, sagt er rückblickend. Schließlich begann er seine Ausbildung in der Maler Lapp GmbH in Ichtershausen. Die ersten Monate waren hart, nach drei Monaten wollte er am liebsten aufgeben. „Aber mein Altmeister hat mir gezeigt, worauf es wirklich ankommt – und welche tollen Arbeiten ich umsetzen kann“, erzählt Michael Gillsch.

Erfahrungen in der Selbstständigkeit

Mit nur 22 Jahren machte sich der Erfurter selbstständig – möglich dank der Anlage B der Handwerksordnung, die die Ausführung bestimmter handwerklicher Arbeiten ohne Meisterbrief erlaubt. Er übernahm vorwiegend Fußboden- und Trockenbauarbeiten und sammelte dabei wertvolle Berufserfahrung, bevor er vor sieben Jahren zur Treuenburg Group, einer Immobilienverwaltung in Erfurt, wechselte. Als Dienstleister kümmert sich das Unternehmen beispielsweise um die Instandhaltung und Sanierung von Wohnungen.

Mit dem Wachstum des Unternehmens entwickelte sich Michael Gillsch vom Vorarbeiter zum Abteilungsleiter Bau und Instandhaltung mit 18 Mitarbeitern.  Heute arbeitet er weniger auf Baustellen, sondern koordiniert die Aufträge hauptsächlich aus dem Büro. Der Wunsch, irgendwann selbst junge Menschen zu guten Handwerkern auszubilden, brachte ihn schließlich dazu, die Meisterausbildung anzugehen.

Neues Wissen in der Meisterschule

Die Meisterschule absolvierte er in Teilzeit, freitags und samstags. „Das war kein Zuckerschlecken, gerade mit Familie und zwei kleinen Kindern. Ich bin meiner Frau sehr dankbar, dass sie mir den Rücken freigehalten hat“, sagt der 40-Jährige. Trotz seiner Berufserfahrung hat er dabei viel neues Wissen hinzugewonnen. „Neben praktischen Arbeiten durften wir auch selten genutzte Techniken wie Vergoldung kennenlernen. Wir hatten tolle Dozenten, darunter Jens Steinert, Larry Schulz und Stephanie Fußbahn, die den Unterricht spannend gestaltet und uns optimal auf die Prüfung vorbereitet haben“, lobt er.

Mittlerweile hat sich Michael Gillsch vom Prüfungsstress erholt – und mit der Meisterfeier einen würdigen Abschluss gefeiert. Dabei erreichte er ganz zufällig auch noch einen Platz in den Geschichtsbüchern der Handwerkskammer Erfurt.