Im Rahmen der IHM stellte Thomas Prinz Bundeskanzler Friedrich Merz seine Innovation – einen thermischen Sandspeicher – vor.
Eine Idee aus Sand sorgt für Aufsehen- Thüringer Unternehmer Thomas Prinz gewinnt Bundesinnovationspreis
13. März 2026
Als Thomas Prinz auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München den Bundesinnovationspreis entgegennahm, war der Moment für ihn kaum zu fassen. Zwischen Messeständen, Fachpublikum und politischer Prominenz wurde plötzlich sichtbar, was jahrelange handwerkliche Tüftelei und unternehmerischer Mut bewirken können. „Ich habe mich sehr gefreut. Das war ein tolles Gefühl und macht mich auch stolz. Es ist ein toller Lohn für die jahrelange Arbeit“, sagt der Handwerksunternehmer aus Waltershausen noch immer bewegt.
Mit dem Bundesinnovationspreis für hervorragende innovative Leistungen für das Handwerk, der seit 1989 vom Bundesministerium für Wirtschaft vergeben wird, werden Ideen ausgezeichnet, die zeigen, wie viel Zukunft im Handwerk steckt. Qualität, Innovationskraft und Nachhaltigkeit stehen dabei im Mittelpunkt. Jeder Preisträger erhält 5.000 Euro Preisgeld – vor allem aber die Anerkennung, dass das Handwerk ein entscheidender Innovationsmotor in Deutschland ist.
Idee mit enormem Potenzial
Ausgezeichnet wurde Thomas Prinz für einen thermischen Sandspeicher, der ein drängendes Problem der Energiewende – den Umgang mit überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien – lösen könnte. Das Prinzip ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Überschüssiger Strom, etwa aus Photovoltaik, wird in Wärme umgewandelt und in Sand gespeichert. Im Inneren des Speichers entstehen Temperaturen von bis zu 500 Grad Celsius. Der aufgeheizte Sand kann die Energie über Wochen halten und später als Heiz- oder Prozesswärme wieder abgeben.
Der Luft-Sand-Wärmetauscher nutzt große Wärmebleche, um die Energie effizient zu übertragen. Zudem lassen sich die Speicher an unterschiedliche bauliche Gegebenheiten anpassen. Für Prinz ist klar, dass das Konzept ein wichtiger Baustein für die Energiewende sein könnte. „Wir könnten Strompreise halbieren“, sagt er überzeugt. „Und wir könnten die vorhandene Infrastruktur von Kohlekraftwerken nutzen. Das ist relativ einfach umzurüsten – auf jeden Fall keine Raketenwissenschaft.“
Der Unternehmer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Lösungen zur Wärmespeicherung. 1994 gründete er die Firma HGS, aus der 2023 die Prinz Thermotechnik GmbH hervorging, die sich unter anderem auf Pufferspeicher spezialisiert hat. Die Idee des Sandspeichers entwickelte er in den vergangenen Jahren weiter – mit wachsender Aufmerksamkeit über die Branche hinaus.
Wachsende Aufmerksamkeit
Auf der IHM stellte Prinz sein System auch Bundeskanzler Friedrich Merz vor. „Der Bundeskanzler war beeindruckt und hat mir Unterstützung zugesichert“, berichtet er. Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zeigte sich interessiert. Für einen Handwerker, der viele Jahre an seiner Idee gearbeitet hat, war dieser Moment fast surreal. „Das war irre, fast ein wenig wie im Film.“
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Unternehmer mit seiner Innovation den Zukunftspreis der Handwerkskammer Erfurt gewonnen. Mittlerweile erlebt die Firma einen regelrechten Ansturm. „Es ist ganz schön durch die Decke gegangen. Wir bekommen 20 bis 30 Anfragen pro Tag“, sagt Prinz. Das Interesse kommt längst nicht mehr nur aus Deutschland. Auch international wird der Sandspeicher aufmerksam verfolgt. Bereits gemeldet haben sich unter anderem Vertreter aus Spanien, Ungarn und der Schweiz.
Zusammenarbeit mit Partnern
Um die Nachfrage zu bewältigen, stellt das Unternehmen derzeit bis zu sechs neue Mitarbeitende ein. Gleichzeitig arbeitet Prinz mit Partnerbetrieben zusammen, etwa dem Metallbauunternehmen Zacher. „Alleine können wir das gar nicht stemmen“, sagt er.