Retail Motor Industry Organisation/RMI
Auftakt für eine starke Partnerschaft: (v.l.n.r.) Goodman Mnisi (Tshwane South TVET College), Kim Matikinca (Port Elizabeth TVET College), Thomas Malcherek (Handwerkskammer Erfurt) und Alfred Ramahlape (College of Cape Town) beim offiziellen Start des dreijährigen E-Mobilitäts-Kooperationsprojekts zwischen der Handwerkskammer Erfurt und der Retail Motor Industry Organisation (RMI) am 24. Februar 2026 in Midrand, Südafrika. Foto: Retail Motor Industry Organisation/RMI

Handwerkskammer Erfurt und RMI starten dreijährige E-Mobilitäts-Partnerschaft für Südafrikas Berufsbildungssektor

27. März 2026

Meilenstein in der deutsch-südafrikanischen Berufsbildungszusammenarbeit: Gemeinsam mit drei südafrikanischen Ausbildungszentren (TVET Colleges) und mit Unterstützung des südafrikanischen Bildungsministeriums wird die Handwerkskammer Erfurt (HWK) in den nächsten drei Jahren, Südafrika beim Übergang zur Elektro- und Hybridfahrzeugtechnologie begleiten und Fachkräfte für den Service von Elektro- und Hybridfahrzeugen qualifizieren. Letzten Monat gab die HWK in Johannisburg offiziell den Start eines neuen dreijährigen Berufsbildungsprojektes im Bereich E-Mobilität bekannt. Als strategischer Partner vor Ort begleitet die Retail Motor Industry Organisation (RMI) das Vorhaben.

Gemeinsam mit dem südafrikanischen Bildungsministerium (DHET) und drei ausgewählten TVET-Colleges (Technical and Vocational Education and Training) in Kapstadt, Port Elizabeth und Tshwane wird die HWK neue Lehrpläne in der Berufsbildung entwickeln und Lehrkräfte weiterqualifizieren. Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte und über die sequa gGmbH durchgeführte Projekt wird bis Ende 2028 laufen.

Ziel ist es, Südafrikas Berufsbildungseinrichtungen – die TVET-Colleges – fit für den Übergang zur Elektro- und Hybridfahrzeugtechnologie zu machen, durch die Modernisierung der KfZ-Ausbildung um die E-Mobilität die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen zu verbessern und damit die Jugendarbeitslosigkeit in Südafrika zu senken. Bisher gibt es keine strukturierte Aus-/Weiterbildung im Bereich E-Mobilität an den südafrikanischen TVET-Colleges.

Die HWK unterstützt Südafrika dabei, passende Module zu erstellen, Ausbilder weiterzubilden, Lehrmaterial zu entwickeln, die notwendige Ausstattung zu erwerben und die Frauenquote bei KfZ-Programmen zu erhöhen.

„Die Handwerkskammer Erfurt engagiert sich in der Entwicklungszusammenarbeit mit der Maßgabe, Wissen und Erfahrungen mit Partnern zu teilen. Mit gezielten Maßnahmen können wir die Lebensqualität und die Umweltbedingungen vor Ort verbessern, soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten abbauen und nachhaltige Entwicklung fördern – hier ganz konkret im Bereich der Elektromobilität. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für langfristige Wirtschaftsbeziehungen, die beiden Seiten zugutekommen.", so Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt.

Hintergrund: Jugendarbeitslosigkeit als treibende Kraft

Südafrika verzeichnet mit rund 60 Prozent eine der höchsten Jugendarbeitslosenquoten weltweit (Quelle: Statistics South Africa, Quarterly Labour Force Survey Q4 2024). Ein qualifizierter Berufsbildungssektor ist daher nicht nur wirtschaftlich notwendig, sondern ein zentrales Instrument zur sozialen Stabilisierung des Landes. Das Projekt der HWK Erfurt setzt genau hier an: Durch die Qualifizierung von Lehrkräften und die Modernisierung von Lehrplänen sollen TVET-Colleges gezielt auf die Bedarfe eines sich wandelnden Arbeitsmarktes vorbereitet werden.

Starke Partner für eine starke Zukunft

Zur Auftaktveranstaltung kamen auf Einladung der RMI und der Handwerkskammer Erfurt hochrangige Vertreterinnen und Vertreter südafrikanischer Behörden und Institutionen zusammen, darunter der Quality Council for Trades and Occupations (QCTO) sowie merSETA. Als Projektpartner sind das College of Cape Town, das Port Elizabeth TVET-College und das Tshwane South TVET-College direkt in das Vorhaben eingebunden. Alle drei Einrichtungen entsandten Delegationen zum anschließenden Feinplanungsworkshop.

Qualifizierung vor dem Marktumbruch

RMI-Hauptgeschäftsführer Ipeleng Mabusela betonte die wirtschaftliche Bedeutung des südafrikanischen Kfz-Aftermarket-Sektors: Mit über 23.000 Unternehmen – überwiegend KMU – und mehr als 270.000 Arbeitsplätzen ist er ein wesentlicher Pfeiler der südafrikanischen Wirtschaft. Obwohl Batterieelektrofahrzeuge (BEV) noch einen Marktanteil von unter 1,5 % haben, verändern Hybridfahrzeuge bereits heute den Werkstattalltag. „Hybride führen heute, Elektrofahrzeuge werden morgen folgen – und es ist entscheidend, dass die Qualifizierung dem Markt vorauseilt", so Mabusela.

Inhalte des Projekts

  • Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen:
  • Weiterqualifikation von Ausbildern an den teilnehmenden TVET-Colleges
  • Hochvolt-Sicherheitsschulungen
  • Curriculumsentwicklung im Bereich E-Mobilität
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Unternehmen der Branche

Das Projekt verbindet das bewährte deutsche duale Ausbildungssystem mit dem südafrikanischen Berufsqualifikationsrahmen und zielt darauf ab, nachhaltige und skalierbare Ausbildungsprogramme aufzubauen, die Beschäftigungsfähigkeit und unternehmerische Entwicklung fördern.

Thomas Malcherek fasste die gemeinsame Vision zusammen: „Indem wir unsere Stärken bündeln, unser Wissen teilen und gemeinsam auf unsere Ziele hinarbeiten, schaffen wir Chancen, die Generationen zugutekommen werden."

Über die Handwerkskammer Erfurt: Die Handwerkskammer Erfurt ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und vertritt als Selbstverwaltungsorganisation rund 14.000 Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Erfurt/Thüringen. Sie erfüllt hoheitliche Aufgaben, darunter die Führung der Handwerksrolle, die Organisation von Prüfungen sowie die Beratung und Bildung ihrer Mitgliedsbetriebe.

Über die Retail Motor Industry Organisation (RMI): Die Retail Motor Industry Organisation (RMI) ist der führende Branchenverband des südafrikanischen Kfz-Aftermarket-Sektors. Mit rund 8.200 Mitgliedsunternehmen ist sie die maßgebliche Stimme des südafrikanischen Kraftfahrzeuggewerbes und setzt sich für bessere Handelsbedingungen, Qualitätssicherung und die Professionalisierung der Branche ein. Der von der RMI vertretene Sektor umfasst mehr als 23.000 Unternehmen und über 270.000 Beschäftigte. Als strategischer Partner der Handwerkskammer Erfurt begleitet die RMI die deutsch-südafrikanische Berufsbildungszusammenarbeit im Bereich E-Mobilität