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Markus Otte (links) hat seinen Betrieb an Mirko Erdmann übergeben. Die Übergabe steht für eine beispielshafte Nachfolgeregelung im Handwerk.

In guten Händen - gelungene Nachfolgeregelung 

Betrieb aus Apolda ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Nachfolgeregelung

Wenn der eigene Betrieb übergeben werden soll, muss vieles passen. „Vor allem auch das Gefühl. Und bei uns hat es von Anfang an gepasst. Ich weiß mein Unternehmen in guten Händen“, sagt Markus Otte. Der 63-Jährige aus Apolda hat seinen Heizungs- und Sanitärbetrieb an Mirko Erdmann übergeben. „Ohne ihn hätte ich den Betrieb schließen müssen“, ist er sich sicher.

Die Übergabe ist nicht nur ein Meilenstein in der 25-jährigen Geschichte des Unternehmens, sondern auch ein Musterbeispiel für eine gelungene Nachfolgeregelung im Handwerk. Dank rechtzeitiger Planung, gegenseitigem Vertrauen und einem klaren Zukunftsbild wurde der Generationswechsel erfolgreich vollzogen.



Suche nach einem Nachfolger
Markus Otte gründete den Handwerksbetrieb im April 2000 aus einer etablierten Heizungsfirma heraus. Dank seiner Präzision und Sorgfalt hat sich der Betrieb schnell einen guten Ruf in der Region erarbeitet und sich als zuverlässiger Partner für Heizungs-, Sanitär- und Elektrotechnik bewährt. Zu den Auftraggebern zählten private Bauherren, aber gewerbliche Projekte. „Wir haben für Altenheime, Pharmafirmen und Wohnungsgenossenschaften gearbeitet“, sagt Markus Otte.

Ein Vierteljahrhundert leitete der Apoldaer die Geschicke des Unternehmens. Mit steigendem Alter wurde ihm klar: Es braucht einen Nachfolger. Nach einem Tipp suchte er den Rat bei der Handwerkskammer Erfurt und stieß dabei auf das Team der Betriebsberater, die Unternehmen eng begleiten – vom ersten Gedanken an die Nachfolge bis zur tatsächlichen Übergabe. Mit der Betriebsbörse hält die Organisation zudem ein bewährtes Instrument bereit, in dem Inhaber ihre Betriebe vorstellen und potenzielle Übernehmerinnen und Übernehmer finden können. „Die Mitarbeiter standen sehr hilfsbereit für alle Fragen zur Seite. Ich bin bestens beraten worden“, blickt Markus Otte zurück.



Unterstützung der Betriebsberater
Auch Mirko Erdmann hatte sich an die Handwerkskammer Erfurt gewandt. Der 47-Jährige stammt ebenfalls aus Apolda und war viele Jahre als Geschäftsführer einer Immobilienfirma in Jena beschäftigt. Weil er aber immer wieder mit dem Gedanken an einen eigenen Betrieb liebäugelte, meldete sich der gelernte Gas- und Wasserinstallateur und Techniker in eben jener Betriebsbörse an und präsentierte sich dort als potenzieller Übernehmer.

Nach dem ersten Kennenlernen haben die beiden Männer recht schnell Nägel mit Köpfen gemacht – weiterhin unterstützt durch die Betriebsberater, beispielsweise bei der Bewertung des Unternehmens und weiteren notwendigen Schritten wie der Vorbereitung des Vertrags. „Mein erster Entwurf hatte noch 75 Seiten. Am Ende war er nicht einmal ein Drittel so lang“, sagt Markus Otte und lacht.
 

Neuer Lebensabschnitt, neues Kapitel
Während für Markus Otte ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat, schreibt Mirko Erdmann ein neues Kapitel des Unternehmens. Der geplante Schritt bringt nicht nur Kontinuität, sondern auch frischen Wind in das Unternehmen. Mirko Erdmann, der die Beschäftigten und den Kundenstamm übernommen hat, verfolgt ein klares Ziel. „Bewährtes soll erhalten werden. Gleichzeitig sind wir offen für neue Trends. Unsere Branche steht vor Herausforderungen und wird sich verändern. Ich möchte den Betrieb so weiterentwickeln, damit wir auch in zehn oder zwanzig Jahren noch ein verlässlicher Partner für unsere Kunden sind“, erklärt er.