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200 Jahre Metallbau Rübbert GmbH: Eine Schmiede von Johann Bernhard Rübbert in Großvargula hat die Familien- und Firmengeschichte begründet.

Metallbau Rübbert GmbH aus Großvargula feiert 200-jährige Firmengeschichte

Beständigkeit im Wandel

Wenn Handwerk Geschichte schreibt, dann am besten über Generationen hinweg. Wie die Metallbau Rübbert GmbH, die in diesem Jahr auf ihre 200-jährige Familien- und Firmengeschichte zurückblickt und zu den ältesten Betrieben im Unstrut-Hainich-Kreis zählt. Als der spätere Gründer Johann Bernhard Rübbert 1825 seine Lehre zum Schmied begann, legte er den Grundstein für das Unternehmen, das heute Metallbau auf höchstem Niveau bietet.

 „Unser Betrieb ist nicht nur Arbeitsplatz, sondern ein Stück gelebte Familiengeschichte. Wir sind stolz auf das 200-jährige Jubiläum“, sagt Metallbaumeister und Schweißfachmann Lars Rübbert, der den Betrieb 2006 in sechster Generation übernommen hat. 2012 gründete er gemeinsam mit Ehefrau Judith die Metallbau Rübbert GmbH – und führt damit nicht nur einen Betrieb, sondern auch eine Familientradition fort.

Beim Jubiläumsfest Mitte August hat die ganze Gemeinde mitgefeiert. Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und Vertreter aus Handwerk, Politik und Wirtschaft kamen in Großvargula zusammen, um auf zwei Jahrhunderte Handwerkskunst zurückzublicken. Mit Führungen durch Werkstatt und Büro, der Vorstellung der Chronik und vielen persönlichen Begegnungen wurde gewürdigt, was hier über Generationen hinweg aufgebaut worden ist.

Rückgrat der Landwirtschaft

Die Ursprünge des Betriebs reichen zurück bis ins Jahr 1825, als Johann Bernhard Rübbert seine Lehre zum Huf- und Wagenschmied in Gotha begann und später eine Schmiede in Großvargula gründete. In einer Zeit, in der das Schmiedehandwerk das Rückgrat jeder ländlichen Gemeinschaft und die Schmiede oft ein Treffpunkt für Jung und Alt war, wurde geschmiedet, gehämmert und repariert, für Bauern, Fuhrleute und Handwerker, Ackergeräte, Pferde und Zugochsen. Damals wie heute galt: Ohne präzises Handwerk läuft nichts.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Betrieb stetig weiter. Die Nachkommen von Johann Bernhard Rübbert erweiterten das Angebot, investierten in Technik und tüftelten an verschiedenen Erfindungen. So hat Karl Otto Rübbert eine Spargelfräsmaschine entwickelt, für die er ab 1930 Patente im In- und Ausland anmeldete.

Neben zwei Weltkriegen und schweren, von Reparaturarbeiten geprägten Nachkriegsjahren galt es auch, einen Systemwechsel zu überstehen. Besonders mit der Kollektivierung der Landwirtschaft in den 1960er Jahren stand der Betrieb vor einem Wendepunkt. „Als die landwirtschaftlichen Aufträge wegbrachen, mussten neue Wege eingeschlagen werden“, erinnert sich Lars Rübbert. Der Wandel zum Stahl- und Metallbaubetrieb war die Rettung – ein mutiger, aber notwendiger Schritt, der die nächsten Kapitel des Betriebs sicherte.

Individuelle, komplexe Konstruktionen

Heute plant und fertigt das Unternehmen um Lars und Judith Rübbert individuelle und komplexe Konstruktionen aus Metall, häufig in Kombination mit Glas, Holz oder Kunststoff. Es entstehen Balkone, Fassadenelemente, Geländer, Tore und Treppen – echte Maßarbeit aus Meisterhand. Unterstützt wird das traditionelle Handwerk von moderner Technik: Verschiedene Schweißverfahren, CAD-gestützte Planung und strenge Qualitätsvorgaben bestimmen den Arbeitsalltag. „Der Metallbau entwickelt sich stetig weiter. Es ist wichtig, sich immer wieder neu aufzustellen“, sagt der Geschäftsführer.

Trotz technischem Fortschritt bleibt eines unverändert: der enge Zusammenhalt im Betrieb. Allein in den vergangenen 50 Jahren beschäftigte das Unternehmen stets sieben bis zwölf Mitarbeitende. Viele blieben ihm Jahrzehnte treu. Drei von ihnen – Jürgen Töpfer, Klaus-Dieter Hötzel und Jörg Krause – arbeiteten ihr gesamtes Berufsleben dort. Und doch macht sich Lars Rübbert auch Sorgen: „Wir sind bestrebt, Nachwuchs für unser Handwerk heranzuziehen und bilden Lehrlinge aus. Leider ist die Zahl der Auszubildenden in unserem Berufsfeld sehr gering, sodass es immer schwieriger wird, ausreichend Fachkräfte zu gewinnen.“

Siebte Generation steht bereit

Für die Zukunft des eigenen Betriebs zeigt sich der Geschäftsführer dennoch zuversichtlich. Als frischgebackener Metallbaumeister ist Sohn Lukas bereits fest im Betrieb verankert. Dabei bilden die Werte von damals – Qualität und Verlässlichkeit – heute und auch in Zukunft das Fundament des Familienunternehmens.